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Wie wirkt Strahlentherapie?Kommen Sie als Patient (Patientin) in die Strahlentherapie, sind sie meist an einem bösartigen Tumor erkrankt. Aber auch gutartige Erkrankungen werden mit der Strahlentherapie behandelt wie z.B. Arthrosen der Gelenke (Abnutzungserscheinungen), bestimmte Entzündungen oder funktionelle Erkrankungen wie z.B. „ das hervorstehende Auge" (endokrine Orbitopathie) bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen. Die Medizin bekämpft die bösartigen Tumoren überwiegend mit Operation, Bestrahlung und/oder Chemotherapie, wobei die Bestrahlung und die Chemotherapie über die Biologie der Wachstumsregulation ihre Wirkung entfalten. Um diesen Vorgang besser zu verstehen benutzen wir eine griechische Sage, die besagte, dass ein Adler täglich ein Stück Leber aus dem Körper des angeschmiedeten Prometheus herausriss, doch der Verbannte die barbarischen Operationen überlebte. In diesem Mythos steckt nämlich ein Kern physiologischer Wahrheit. Wird ein Teil der Leber entfernt (partielle Hepatektomie), so wächst sie binnen weniger Wochen wieder nach. Jedes Mal aber bleibt die Regeneration stehen, „unsichtbare Grenzen" stoppen das Wachstum. Erythrozyten leben z.B. nur etwa 120 Tage (beim Menschen); in dieser Zeit wird die gesamte Population der roten Blutzellen ein Mal erneuert. Die bedeutet bei einer Blutmenge von etwa 4 - 6 Litern und 5 x 106 Erythrozyten/mm³ eine neue Synthese von 6 bis 9 x 10 13 roten Blutzellen innerhalb eines Jahres. Exakt gleich viele Zellen müssen im gleichen Zeitraum zu Grunde gehen, denn die Gesamtzeit bleibt - von geringen Schwankungen abgesehen - konstant. Man kann sagen, dass ein höherer Organismus nur mit einer repressiven Wachstumspolitik möglich ist. Diese Politik muss sehr rigoros sein, denn auch eine Säugerzelle könnte sich - von Ausnahmen abgesehen - alle 24 Stunden verdoppeln. Schon kleinste Freiheiten wären daher tödlich: würde der Nachschub der Epithelzellen, die den Magen-Darm-Trakt auskleiden, nur wenige Prozent ansteigen, so wären binnen kurzem die Verdauungswege völlig blockiert. Nachschub und Abrieb müssen daher auf das Feinste auf einander abgestimmt sein. In einem Tumor stimmt diese Abstimmung nicht mehr, eine Tumorzelle reagiert nicht mehr auf die Regulationsimpulse ihres Gewebes oder des Gesamtorganismus. Sie scheint „taub" gegenüber den wachstumsregulierenden Signalen zu sein. Und genau bei diesen Vorgängen in der Zellteilung reißt die Strahlentherapie an. Sie stoppt das Zellwachstum, indem sie die Zellen bei der Zellteilung über verschiedenen physiologische Wege schädigt. Damit kann die Geschwulst sich zurückbilden oder sogar verschwinden. Unter Umständen wird damit auch die Streuung der kranken Zellen in andere Organe verhindert. Das von der Bestrahlung mit betroffene Gewebe erholt sich in der Regel wieder von der Bestrahlung, da die Fähigkeit zur Regeneration (Erholung) im gesunden Gewebe besser ist als bei den meisten Tumorgeweben. |
Viele Patienten habe große Ängste vor einer Strahlenbehandlung, die zum einen begründet sind, weil sie Angst wegen der schweren Erkrankung haben und zum anderen Angst vor einer großen Unbekannten, nämlich der Strahlentherapie, zumal in Aufklärungsgesprächen auch viele - zum Teil außerordentlich seltene - unangenehme Nebenwirkungen besprochen werden. Diese Ängste werden auch hervorgerufen durch Berichte in den Medien oder Gesprächen mit anderen Menschen, die Strahlung fälschlicherweise mit einer radioaktiven Belastung ihre Körpers in Verbindung bringen und z.B. an Reaktorkatastrophen wie die von Tschernobyl denken.
Sie müssen wissen, dass radioaktive Substanzen nur in der Nuklearmedizin angewendet werden. Sie kommen in der Strahlentherapie hiermit nicht in Berührung, Sie werden nicht „radioaktiv verseucht", Sie sind keine „Strahlengefahr" für andere. Des weiteren besteht die große Angst, an einem Zweittumor zu erkranken, was auch in dem Aufklärungsbogen schriftlich niedergelegt ist. Die Gefahr, an einem Zweittumor 10 bis 30 Jahre nach Bestrahlung zu erkranken, ist verschwindend gering, vor allem in Relation zu der Gefahr, die durch die bestehende Krebserkrankung für den Patienten besteht.
Kontakt: Strahlentherapie Anmeldung Tel.: 04941 /94-4322 , email: strahlentherapie@kkh-Aurich.de